Die St. Stephanus-Kapelle zu Böckum

St. Stephanus Kapelle Böckum

Die erste urkundliche Erwähnung unserer kleinen Kapelle, die den Ortsmittelpunkt von Böckum bildet, erfolgte anno domini 1457. Ein Klausener, der dem Schulten-Hof in Böckum (heute Seibel) lehnspflichtig war, hatte an die Kapellengemeinde zum Stephanstag ½ Pfund Wachs zu liefern.

Am 03.07.1649 wurde lt. Visitationsbericht des Kölner Weihbischofs Bernhard Frick in der Kapelle zu Böckum ein Altar geweiht:

„AD HONOREM SANCTI STEPHANI PROTOMARTYRIS“

Bei dem Vorgänger unserer heutigen Kapelle muss es sich um einen Fachwerkbau mit Lehmausfachung gehandelt haben, da Massivbauten aus Stein katastermäßig besonders gekennzeichnet wurden.

Der Neubau der Kapelle im Jahre 1880 wurde durch den Bauunternehmer Pehle, Horn, durchgeführt. Es handelt sich um ein rotes Backsteingebäude mit neugotischen Fenstern. Der Gesamtbaupreis belief sich auf 6.875,00 Mark.

Erweitert wurde die Kapelle 1935 durch den Bauunternehmer Hegenkötter, Horn, sowie den Zimmermeister Theodor Hermschulte, Böckum. Der damals gehaltene Richtspruch der „vergrößerten Filialkirche im Kirchhofviertel Böckum“ ist im Wortlaut noch vorhanden und als Anlage diesen Ausführungen beigefügt.

Nach verschiedenen Vorbesprechungen fand am 18.07.1957, nach vorheriger Ortsbesichtigung der Kapelle, in der Gastwirtschaft Brand eine Sitzung des Ausschusses zum Ausbau der Kapelle statt. Architekt Garbe legte einen Entwurf der Erweiterung des Chorraumes, den Anbau einer Sakristei sowie einer erforderlich werdenden neuen Dacheindeckung vor.

Der Kostenvoranschlag für diesen Erweiterungsbau belief sich auf 30.000,00 DM. Finanziert wurde das damalige Bauvorhaben aus dem Verzicht der zum Neubau der Volksschule bereitgestellten Darlehen, der Jagdpachtgelder sowie durch Spenden.

Der in die Jahre gekommene Innenausbau der Kapelle wurde in den Jahren 1995 und 1996 einer umfangreichen Sanierung unterzogen. Hierbei wurde insbesondere die Elektrik, die Kapellendecke, der Bodenbelag, die Beleuchtung sowie Bestuhlung erneuert und die gesamte Kapelle einem neuen Anstrich unterzogen.

Bei den Aufräumarbeiten wurden auf dem Dachboden der Kapelle ein alter Kreuzweg, ein Bildnis der „Mutter der immerwährender Hilfe“ und ein Exponat der „heiligen drei Könige während der Anbetung des Kindes“ gefunden. Auf Empfehlung des damaligen Weihbischofs HansLeo Drewes wurden die zwei Bildnisse an exponierter Stelle neben dem Kreuz befestigt. Auch wurde während der Renovierungsarbeiten das Umfeld der Kapelle neu gestaltet und mit einer Hecke eingegrenzt. Die Gesamtkosten der Innenrenovierung beliefen sich auf 53.541,00 DM. Mit einem feierlichen Konzert des Männergesangvereins Concordia Horn wurde die Kapelle wieder eröffnet.

Im Jahre 1998, also zwei Jahre nach der Innensanierung, wurde das gesamte Kapellenschiff mit Dachziegel neu eingedeckt. Der Turm, der Eingangsbereich sowie der Chorraum einschließlich der Sakristei wurden neu verschiefert. Auch diese Arbeiten wurden außer der Verschieferung durch sogenannte Hand- und Spanndienste größtenteils in Eigenleistung erbracht. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme im Außenbereich beliefen sich auf 68.000,00 DM.

Insgesamt wurden durch die Einwohner von Böckum und Norddorf ohne Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit 1576 Stunden an sogenannten Hand- und Spanndiensten für die Innenrenovierung und 710 Stunden für die Außenrenovierung geleistet.

Unser dreitägiges Schützenfest beginnt mit einem feierlichen Gottesdienst. Das die Kirche eng mit dem Schützenwesen verbunden ist, manifestiert sich in dem Bekenntnis zum Glauben, Sitte und Heimat. Das Bildnis der Kapelle sowie die Grundbekenntnisse des Schützenvereins werden durch die im Verein mitgeführten Fahnen zum Ausdruck gebracht. Wesentlicher Bestandteil unseres Schützenvereins ist die Integration der Einwohner und die Festigung der Kameradschaft innerhalb der Ortsteile von Böckum und Norddorf.